WissenschaftlerInnen des deutschen Helmholtz-Instituts ist es gelungen, erstmals Eierschalen erfolgreich als Elektrode für Energiespeicher zu nutzen.

Bioabfall in Form von Hühnereierschalen erweist sich als sehr effektiv für die Energiespeicherung. Foto: pixabay.com

Hühnereierschalen besitzen vielversprechende elekrochemische Eigenschaften. Durch einen hohen Anteil an Calciumcarbonat (CaCO3) können sie Lithium gut speichern, wie Maximilian Fichtner vom Helmholtz-Institut Ulm, einer Einrichtung unter Trägerschaft des Karlsruher Instituts für Technologie KIT, zusammen mit australischen KollegInnen entdeckte. Die WissenschaflerInnen verwendeten Eierschalenpulver als Elektrode gegen eine metallische Lithium-Anode in einem nichtwässrigen Elektrolyten.

Bei über 1.000 Lade- und Entladezyklen hielt die Testzelle eine Kapazität von 92 Prozent aufrecht, informiert das KIT in einer Aussendung. Genutzt wurden von den Eierschalen sowohl die verkalkte Schale als auch die inneren und äußeren Schalenmembranen. Die Forschenden wuschen, trockneten und zerkleinerten die Schalen zu einem Pulver und erhielten ein leitfähiges Material.

Bislang wurden Eierschalenabfälle bereits in einer Reihe von Anwendungen eingesetzt, etwa in der Biokeramik, in Kosmetika oder in der Farbstoffindustrie. Außerdem fungierte die proteinreiche, faserige Eierschalenmembran als Separator in Superkondensatoren, heißt es weiter. Als Elektrode seien die Bioabfälle zum ersten Mal verwendet worden: „Es gibt überraschenderweise immer wieder neue Beispiele, in denen Naturstoffe gute bis sehr gute Voraussetzungen mitbringen, um daraus Materialien für elektrochemische Speicher herzustellen“, so Fichtner. Weitere Forschungen sollen nun die Leitfähigkeit des Materials verbessern und einen breiten Einsatz ermöglichen. (cst)

Helmholtz-Institut Ulm

Bericht „reset.org“ 

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