Das österreichische Startup Swimsol erobert einen neuen Raum für die Photovoltaik: die Ozeane. 
Schwimmende Solar-Paneele in Küstennähe könnten Platzmangel auf Inseln entgegenwirken. Foto: Swimsol
Die Malediven gehören mit ihren weißen Stränden, den Palmen und den über 1.000 kleinen Inseln zu den wahrscheinlich schönsten Urlaubszielen der Welt. Doch es gibt ein Problem, dass die Idylle dieser Atolle von Koralleninseln stört. Die Stromproduktion auf den abgelegenen Inseln geschieht weiterhin zu großen Teilen mithilfe von Dieselgeneratoren. 

Diese Geräte, die man hierzulande fast nur noch bei Veranstaltungen in der Peripherie oder bei Demonstrationen zu Gesicht bekommt, gehören mit zu den schmutzigsten Formen, wie man Strom erzeugen kann. Dennoch sind die Hotels auf den Inseln zu größten Teilen von ihnen abhängig, da eine Unterstützung von außerhalb nicht möglich ist.  

Solare Inseln
Eine Alternative für eine autarke Versorgung der Inseln wären Solarpaneele. Diese werden bisher allerdings kaum bis nicht genutzt und haben noch ein weiteres Problem. Die Menge an Dachflächen, die man damit ausstatten kann, ist bei den Hotels begrenzt. Eine Rodung der Wälder auf den Inseln, damit man dort große Photovoltaik-Anlagen errichten kann, ist keine Option.  

Aber es gibt doch noch anderen Platz, rund um die Inseln: das Meer. Man könnte doch schwimmende Photovoltaik-Platten entwickeln, diese vor der Küste der Inseln platzieren und die mehr als ausreichende Energie der Sonne nutzen. Genau das ist der Plan des österreichischen Startups Swimsol. Ihr Ziel: Abgelegenen Regionen dabei helfen, an sauberen Strom zu kommen und unabhängig von Diesel zu werden.  

RoofSolar und SolarSea
Dazu bietet Swimsol zwei Möglichkeiten an, die Hand in Hand dafür sorgen sollen, dass die Regionen sauberen Strom erhalten. Das ist einerseits RoofSolar, das wenig überraschend auf verfügbaren Dächern angebracht wird. Andererseits gibt es dann noch die oben erwähnte Variante von Solarpaneelen im Meer. Das nennt sich SolarSea.  

Swimsol hat letztere Technologie gemeinsam mit der Technischen Universität Wien und dem deutschen Fraunhofer Institut entwickelt und dabei unter anderem getestet, wie sich die Plattform bei verschiedenen Wellenstärken verhält. Eine der Plattformen kann etwa 25 Häuser auf den Malediven mit Strom versorgen. Und das günstiger, als es mit Dieselgeneratoren geschehen würde. 

Finanziert durch die Crowd
Zurzeit betreibt Swimsol nur eine Zweigstelle in den Malediven, aber die Technologie kann natürlich auch in anderen entlegenen Regionen eingesetzt werden, die über große Wasserflächen verfügt und günstigere, grüne Energie in diese Regionen bringen.  

Vor kurzem hat Swimsol auf der Crowdfunding-Seite Econeers auch ein Projekt zur Finanzierung einer Hotel-Versorgung in den Malediven gestartet. Wer sich daran beteiligt, bekommt durch das Geschäftsmodell des Startups im Laufe der Zeit Erträge aus den Stromverkäufen von den schwimmenden Solar-Paneelen. (flb)

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