Kommentar von Karl Totter
Geschäftsführer, SEBA Mureck
Die Mission 2030 will die Schadstoffe Österreichs reduzieren. Das behauptet sie zumindest.
Die Schadstoffe steigen an, auch wenn die Regierung andere Ziele hat. Foto: pxhere
In der Mission 2030 – der österreichischen Klima- und Energiestrategie – liest man von Elisabeth Köstinger: „Wir wollen unsere Treibhausgasemissionen senken, erneuerbare Energien verstärkt fördern, Energie- und Ressourceneffizienz erhöhen und saubere Technologien forcieren…“ 

Norbert Hofer fällt in diesen Tenor: „Wir bekennen uns zu einer aktiven Klimaschutzpolitik und wollen mit klaren Zielsetzungen Österreich auf einen schrittweisen Weg der Dekarbonisierung bringen.“ Diese Aussagen sind eindeutig, die Fakten allerdings weisen in eine andere Richtung: 

Treibhausgase
Die Emissionen steigen und sind 2017 schon 5 Mio. t höher als 2014. Und es ist zu befürchten, dass das hohe Emissionsniveau von über 80 Mio. t auch 2018 wieder erreicht wurde. Von einem Rückgang der Emissionen von jährlich vier Mio.t, der notwendig wäre, um die Pariser Ziele zu erreichen, ist Österreich weit entfernt! 

Erneuerbare Energien
Der Anteil der erneuerbaren Energien geht zurück! Während der Anteil der erneuerbaren Energien am Energieaufkommen bis zum Jahr 2016 kontinuierlich stieg, ist er im Jahr 2017 gesunken. Damit entfernt sich Österreich von der EU Vorgabe von 34% und riskiert Strafzahlungen. 

Fossile Heizsysteme
Die Zahl der fossilen Heizsysteme (Gas) nimmt zu. Trotz eines leichten Rückgangs der Ölheizungen steigt die Zahl der mit fossilen Energieträgern beheizten Häuser insgesamt an. Im Jahre 2018 wurden 43.000 Gaskessel verkauft, um 6% mehr als im Vorjahr. Damit war die Zahl der installierten Gaskessel etwa fünf Mal so hoch wie jene der Heizsysteme mit erneuerbarer Energie. So wird die Wärmeversorgung wieder stärker fossil. Aus den 43.000 Gaskesseln werden etwa 200.000 t CO2 entweichen! 

Stromversorgung
Der Nettostromimport nach Österreich ist in den ersten 10 Monaten des Jahres 2018 um 47 % gestiegen. Bis Ende 2018 hat der Importanteil am Stromverbrauch voraussichtlich 15 % erreicht. Die Stromimporte nehmen zu, importiert wird in den Wintermonaten überwiegend Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken. Rund 550 Mio. Euro zahlt Österreich für diese Importe, gleichzeitig bleibt der Ausbau von Wind und PV im Inland gedeckelt.

Diese Fakten sind alarmierend. Sie stehen im Widerspruch zu den politischen Absichten. Es braucht eine neue Energiepolitik, die auf einen ökosozialen Steuerumbau und viel rascheren Ausbau der Elektrizität aus Wind, Wasser, Photovoltaik und Biomasse/Biogas setzt. Daher Unterstützen wir die Petition „Für eine neue Klima- und Energiepolitik“! Siehe: https://energypeace.at/
Karl Totter

Karl Totter

Geschäftsführer, SEBA Mureck

beschäftigt sich bei der Entwicklung eines Gesamtkonzeptes als Ergänzung für den bereits bestehenden 
Murecker Energiepark (Biodiesel, Nahwärme, Biogas und Ökostrom) mit der Realisierung einer PV-Bürgeranlage.

Kommentare  

#2 Thomas Böhm 2019-02-07 18:32
Diese Regierung betreibst reinste Ankündigungs- und Blendpolitik.
Für funktionierende n Klimaschutz braucht es anderes Personal und andere Visionen.
#Mission2030 ..... 100.000-Dächer- Programm bewerben, gleichzeitig die Förderung von PV verschleppen und die eh schon viel zu geringen Mittel noch halbieren.
Das ist einfach eine Lüge!
#1 energierebell 2019-02-07 17:53
Leider traurige Gewissheit und bestätigt wieder einmal, von der Politk, Klimakonferenze n,... ist keine rasche Einführung der Erneuerbaren Energien zu erwarten, sie sind das Problem und nicht die Lösung, obwohl alle EE weit günstiger sind als alle fossilen/atomar en Energien kosten.
es kann deshalb nur eine BÜRGER -Energiewedne geben -oder gar keine, JEDER hat die Möglichkeit, seinen Energiebedarf aus 100% Erneuerbaren Energien-Jetzt, zu decken, die längst wirtschaftlich unschlagbar sind

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