Im Herzen von Südamerika – genau zwischen Brasilien und Argentinien – liegt einer der größten Netto-Exporteure für Strom. Nicht allerdings für Strom aus Kohle, Atomkraftwerken oder diversen Formen von Erdöl. Paraguays exportierter und selbst genutzter Strom stammen zur Gänze aus erneuerbaren Quellen.

Serie: Über 90 %: Vorbilder der grünen Energie

Weltweit erzeugen zwölf Länder ihren Strom aus über 90 % erneuerbaren Energiequellen. Zum Vergleich: Österreich kommt auf 74 %. Was machen diese Länder anders und besser und wie kamen sie hierher?


Paraguays exportierter und selbst genutzter Strom stammen zur Gänze aus erneuerbaren Quellen.

Noch genauer: Fast der gesamte Strom des lateinamerikanischen Landes stammt aus Wasserkraft. Insgesamt 63.771 GWh Strom erzeugte Paraguay 2016 für seine 7.152.703 Einwohnenden. Diese Daten entsprechen ungefähr dem Verhältnis in Österreich im gleichen Jahr. Sowohl, was die Bevölkerungszahl betrifft, als auch bei der Stromerzeugung.

Teile des Landes ohne Strom

Einzig in der Fläche hängt Paraguay Österreich ab. 406.752 km2 umfasst der Staat in Südamerika und ist damit so groß wie Österreich und Deutschland zusammen. Die Bevölkerungsdichte liegt dementsprechend auch weit unter jener hierzulande. Damit hängt auch zusammen, dass Paraguay Teile des Landes nicht mit Strom versorgen kann. Die Abdeckung liegt zwar bei 98,4 % (Stand 2016), aber gerade in ruralen Gegenden fehlt noch die Infrastruktur. 

Zentralistische Stromerzeugung 

Auch ist die Stromerzeugung in Paraguay aktuell noch stark zentralistisch geprägt. Zum einen gibt es hier immer noch ein stabiles staatliches Monopol, zum anderen kommen große Teile der Energie aus nur zwei Kraftwerken. Die beiden Wasserkraftwerke Yacryetá und Itaipú stehen noch dazu am gleichen Fluss. 

Auf Wasser angewiesen 

Sollte dieser durch Gründe der Klimakrise oder starke Trockenzeiten weniger Wasser führen, hätte das einen erheblichen Einfluss auf die Stromversorgung im gesamten Land. Insbesondere, weil nicht ausreichend Infrastruktur vorhanden ist, um so einen Mangel durch Alternativen auszugleichen.

Wind- und Solarenergie 

Allerdings gibt es bereits Bestrebungen, diesen Umstand zu ändern. 2017 eine Regelung für erneuerbare Energie einberufen, mit der man Wind- und Solar-Energie fördern möchte. Mithilfe dieser Regelung sollen zumindest 5 % der erzeugten Energie aus einer anderen Quelle abseits von Wasserkraft stammen. Wie weit dieser Ausbau mittlerweile fortgeschritten ist, lässt sich aktuell aber noch nicht sagen. 

Was man aber auch  hier wieder sieht, ist ein Land, das – ganz ähnlich wie Albanien oder im Kleineren auch Österreich – stark abhängig von Wasserkraft ist. Mehr Variation werden dort gebraucht und genauso auch hier. Ein Ziel, das wir vorantreiben müssen. (flb)

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