Statt Raumwärme und Strom bis 2030 auf erneuerbare Quellen umzustellen, setzt das Bundesland nun auf relative, von der Wirtschaftsleistung abhängige Ziele und Energieeffizienz.
Die neue oberösterreichische Strategie: Abkehr von der Energiewende oder großer Wurf? Foto: pixabay.com
Der Landtag hat vergangenen Donnerstag den entsprechenden Antrag angenommen, wie „derStandard.at“ online berichtet. Kritiker der neuen Strategie bemängeln, dass beispielsweise beim Strom „nur mehr 80 bis 97 Prozent aus erneuerbaren Quellen kommen sollen“ und sehen eine Abkehr von der Energiewende, schreibt „derStandard.at“.

Es handle sich im Gegenteil um eine „‘extrem ambitionierte‘ und auf den Standort zugeschnittene Strategie. Oberösterreich sei noch viel mehr als bisher Vorreiter bei der Energiewende“, wird der zuständige Landeshauptmann-Stv. Michael Strugl im Bericht zitiert. Strom dringe in andere Bereiche wie etwa die Mobilität vor und man habe die Zielkorridore der bisherigen Strategie bereits verlassen. Auch FPÖ-Energiesprecher David Schießl lobte laut „derStandard.at“ die neue Energiestrategie als „Kompromiss des Machbaren“.

Die Umweltorganisation Global 2000 sieht in dem Beschluss hingegen eine „Energiestrategie auf Anfängerniveau“. In einer Aussendung wird kritisiert, dass „die Ziele bis 2030, nämlich hundert Prozent der Stromerzeugung und hundert Prozent der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen, gestrichen werden und das Klimaabkommen von Paris nicht einmal eine Erwähnung findet.“ Vage „relative“ Ziele würden international oft von Entwicklungsländern gewählt, um erste Klimaschutz-Schritte vorzubereiten.

Auch Stefan Moidl, Geschäftsführer von IG Windkraft, vermisst den Bezug zum Pariser Klimaabkommen - der aktuellste Bezugspunkt der Strategie sei eine EU-rechtliche Vorgabe aus dem Jahr 2014, heißt es in einer Mitteilung. „Diese oberösterreichische Energiestrategie ist somit schon veraltet bevor sie im Landtag beschlossen wurde“, so Moidl.

Bericht „derStandard.at“

Aussendung Global 2000

Aussendung IG Windkraft

Kommentare  

#1 Ingrid Seelos-Bauer 2017-05-24 14:00
Es ist zum Haare ausraufen. Nichts wird so gefördert wie Atomstrom und Strom aus Fossilen Brennstoffen damit er billig ist. Und der Strom aus Sonne und Wind ist jetzt aufgrund der (welcher) Wirtschaftsleis tung?! nicht mehr leistbar? Danke FÖVP

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