Kommentar von Herbert Starmühler
Herausgeber energie:bau Magazin
Warum es klar ist, dass die „Neue Mobilität“ Millionen von Arbeitsplätzen schaffen wird.
Arbeitsplätze der Zukunft: Techniker an der TU Graz haben zusammen mit österreichischen Unternehmen einen E-Lade-Roboter erfunden. Foto: FTG - TU Graz
Eines der Worte, die im Ohr schon ein wenig brennen, ist „Disruption“. Dennoch ist es wohl das treffendste, wenn man die Veränderungen beäugt, die mit der Abkehr von fossilen Verbrennern einhergehen, also mit dem beginnenden Untergang der Verbrennungsmotoren. Man kann das anhand von vielen großen Aktivitäten sehen, oder wenn man sich auch ganz kleine Veränderungen ansieht.

Zu den großen gehören die Investitionen der Konzerne: BMW hat nun doch sechs Milliarden Euro für den schnelleren Ausbau ihres Elektroauto-Knowhows bereitgestellt, der chinesische Tesla-Rivale Nio plant einen milliardenschweren Börsegang, die Chinesen (CATL) bauten in Deutschland und Tesla in China demnächst riesige Batteriefabriken. Tesla möchte das auch in Deutschland machen, eben eine Akku-Fabrik aus dem Boden stampfen, die Büros mehrerer Bundesländer stellen sich schon mit leckeren Angeboten an, um die Amerikaner nach Bayern, Baden-Würtemberg oder sonstwo ins Ländle holen.

Zukunftssichere Investitionen
Warum eigentlich? Na weil das die Arbeitgeber der Jetztzeit sind. Vergesst die Einspritzdüsen-Verbrennungs-Manager, deren Audi-Chef nun schon seit drei Monaten in Untersuchungshaft sitzt. Vergesst all die Versprechungen der old-school-Auto-Lobbyisten. Interessant ist, dass ein auf den ersten Blick eher nur mit ausdauernder Bauernschläue beschenkter bayrischer Ministerpräsident den Weitblick aufbringt, um zukunftssichere Investitionen hereinzuholen.
Warum sind denn bloß die anderen Konzern-Kaiser (zumindest nach außen hin) so verbohrt? Das Match ist entschieden, die Jobs der Zukunft sind elektrisch.
Zum Beispiel in der Erzeugung von Robotern, die automatisiert das E-Auto beladen, um statt per Kabel mittels Greifarm den Stecker einzuführen. Gekühlte Kabel gibt es nur im Inneren des Roboterarms – die Power, mit der Saft in den Akku schießt, ist enorm. Erfunden haben das gerade forschende Techniker an der TU Graz, zusammen mit österreichischen Unternehmen. DAS werden die Arbeitsplätze, die gerade entstehen – und die wiederum Exportschlager sein können.

Also los jetzt Europa: Überlasst nicht China und Saudi-Arabien (Tesla-Aktionär) des Feld, reitet die Welle der Disruption, da wird sehr viel zu ernten sein!
Herbert Starmühler

Dr. Herbert Starmühler

Herausgeber energie:bau Magazin

ist Herausgeber verschiedener Fachmagazine im Bereich Technik, Architektur, Energieeffizienz und Mobilität, u. a. energie:bau, e:mobil und holzmagazin. Als seit Jahren leidenschaftlicher Tesla-Fahrer und Sonnenenergie-Empfänger ist der Journalist jederzeit für innovative Ideen zu begeistern und holt sich beim Networken gerne Inspiration für neue Projekte.

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