Das DFAB HOUSE im schweizerischen Dübendorf ist das erste bewohnte Haus, das nicht nur digital geplant, sondern mithilfe von Robotern und 3D-Druckern auch weitgehend digital gebaut wurde.
Sechs neuartige digitale Bauprozesse wurde im DFAB HOUSE zum ersten Mal von der Forschung in eine architektonische Anwendung überführt. Foto: Roman Keller
Das dreigeschossige Haus trohnt auf der obersten von drei Plattformen im NEST, dem modularen Forschungs- und Innovationsgebäude, in dem Forschende zusammen mit Industriepartnern neue Bau- und Energietechnologien unter realen Bedingungen testen können. NEST besteht aus einem zentralen Gebäudekern, an den unterschiedliche Gebäudemodule andocken können.

Für das DFAB HOUSE haben Forschende aus acht Professuren der ETH Zürich gleich mehrere neuartige, digitale Bautechnologien erstmals vom Labor in reale Anwendungen überführt. Planen und Bauen soll so nicht nur effizienter sondern auch nachhaltiger werde: Die digital geplante Geschossdecke des DFAB HOUSE ist beispielsweise so optimiert, dass gegenüber einer herkömmlichen Betondecke beträchtliche Mengen an Material eingespart werden.

Auch in gestalterischer Hinsicht eröffnen die Technologien neue Möglichkeiten, so die ETH Zürich in einer Aussendung. Die beiden oberen Wohngeschosse seien von Holzrahmen geprägt, die mit Hilfe zweier Bauroboter fabriziert und in komplexer Geometrie angeordnet wurden. In rund zwei Monaten sollen die ersten BewohnerInnen – vorwiegend akademische Gäste der Hochschule - in das DFAB HOUSE einziehen, das unter anderem mit intelligenter und mehrstufiger Einbruchsicherung, automatisierten Blend- und Beschattungsmöglichkeiten und der neueste Generation vernetzter, intelligenter Haushaltsgeräte ausgerüstet ist.

Auch bei der Energieversorgung wird auf Nachhaltigkeit gesetzt. Photovoltaikmodule auf dem Dach liefern im Jahresdurchschnitt etwa eineinhalb Mal so viel Strom, wie das Gebäudemodul selbst verbrauchen wird. Eine intelligente Steuerung koordiniert alle Verbräuche und sorgt dafür, dass keine Lastspitzen auftreten. Zusätzlich wird die Wärme des Abwassers über Wärmetauscher direkt in den Duschwannen zurückgewonnen, außerdem fließt das warme Wasser bei Nicht-Gebrauch aus den Leitungen zurück in den Boiler, anstatt in den Wasserleitungen abzukühlen.

„Das architektonische Potenzial von digitalen Bautechnologien ist immens. Nur leider kommen diese Technologien noch kaum auf die Baustellen. Mit dem DFAB HOUSE gelingt es uns, Hand in Hand mit der Industrie neue Technologien zu erproben und so den Transfer von der Forschung in die Praxis zu beschleunigen“, so Matthias Kohler, ETH-Professor für Architektur und digitale Fabrikation.

ETH Zürich

Webseite Schweizerische Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa

Webseite Eawag

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